Tip: Umsatzsteuerrichtlinien 2000
4-Juni-2003
Vorsteuerberichtigung bei Änderung der Verhältnisse
Es wurde klargestellt, dass der Übergang von der Regelbesteuerung
zur Umsatzsteuerpauschalierung grundsätzlich zu keiner
Vorsteuerrückrechnung führt. Falls jedoch im Rahmen einer
Regelbesteuerung ein Vorsteuerabzug vorgenommen wurde, so ist
z.B. bei einer Veräußerung oder unentgeltlichen Übergabe innerhalb
von neun Jahren nach der erstmaligen Verwendung eine Berichtigung
des im Rahmen der Regelbesteuerung vorgenommenen (tatsächlichen)
Vorsteuerabzuges vorzunehmen.

Beispiel:
1996 wird eine Scheune errichtet. Die Scheune wird ab 1996 verwendet. Der 1996 vorgenommene Vorsteuerabzug - der Betrieb hat die Regelbesteuerung optimiert - beträgt insgesamt ATS 100.000,-.
2001 wird der land- und forstwirtschaftliche Betrieb an den Sohn unentgeltlich übergeben.
Der dadurch erfolgte Tatbestand des Eigenverbrauches des Grundstückes (Scheune) ist unecht umsatzsteuerbefreit. Daher muss 2001 ist eine Berichtigung des Vorsteuerabzuges von anteilig fünf Zehntel, d. s. ATS 50.000,- vorgenommen werden.

Wird ein Gegenstand, der zunächst für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb angeschafft wurde, in der Folge im Gewerbebetrieb des Unternehmens verwendet, so ist keine Vorsteuerkorrektur vorzunehmen, den der Gegenstand wird weiterhin zur Ausführung steuerpflichtiger Umsätze verwendet.

Ausstellung von Rechnungen bei land- und frostwirtschaftlichen Betrieben
Der nichtbuchführungspflichtige Land- und Forstwirt darf im Rahmen seines Betriebes Umsatzsteuer (grundsätzlich 10%, bei Lieferungen und Leistungen an Unternehmer 12%) in Rechnung stellen. Es gelten die allgemeinen Regeln zur Rechnungslegung. Von den ausgestellten Rechnungen für steuerpflichtige Lieferungen und sonstige Leistungen ist eine Durchschrift oder Abschrift anzufertigen und sieben Jahre aufzubewahren.

Verkauf von Milch-Einzelrichtmengen
Umsätze aus dem Verkauf von Milch-Einzelrichtmengen fallen unter die Land- und Forstwirtschaft und sind bei pauschalierten Landwirten mit der Durchschnittsatzbesteuerung abgegolten.

Die Überlassung von Grundstücken für Schipisten und Langlaufloipen
Die Überlassung von Grundstücken für Schipisten und Langlaufloipen kann durch Einräumung einer Dienstbarkeit oder im Rahmen eines Bestandesvertrages erfolgen. Entgelte für die Einräumung einer Dienstbarkeit auf einem Gelände, das zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen eines pauschalierten Landwirts gehört, sind "pauschaliert" (i.d.R mit 12% Umsatzsteuer) abzurechnen.
Besteht hingegen die Leistung in einer Vermietung und Verpachtung von Grundstücken, so sind diese unecht steuerbefreit.

Land- und Forstwirtschaft als gesondert geführter Betrieb
Führt ein Unternehmer neben Umsätzen im Rahmen seines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes auch noch andere Umsätze (z.B. im Rahmen eines Gewerbebetriebes, einer selbständigen Arbeit oder einer Vermietung und Verpachtung) aus, so sind die land- oder forstwirtschaftlichen Umsätze bei Zutreffen der Voraussetzungen des §22 UStG 1994 nach Durchschnittssätzen, die übrigen Umsätze hingegen nach den allgemeinen Vorschriften zu versteuern.

Soweit demnach in den einzelnen umsatzsteuerrechtlichen Vorschriften auf den Unternehmer, das Unternehmen, den Gesamtumsatz usw. abgestellt wird, ist zu berücksichtigen, dass der land- oder forstwirtschaftliche Betrieb so wie jeder andere Betreib des Unternehmers bloß ein Teil seines einheitlichen Unternehmens bildet. Demgemäß können somit zwischen dem land- und forstwirtschaftlichen und einem anderen Betrieb des gleichen Unternehmers keine Umsätze sondern nur Innenumsätze getätigt werden. Bei der Ermittlung des Gesamtumsatzes oder des Umsatzes eines Kalenderjahres sind auch die nach Durchschnittssätzen zu versteuernden Umsätze - die ggf zu schätzen sind - einzubeziehen. Im Falle einer Schätzung können diese Umsätze mit 150% des Wertes des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes (§ 125 Abs.1 lit.b BAO) angesetzt werden.

Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass durch die Bestimmungen des Budgetbegleitgesetzes seit 1.1.2001 der Steuersatz für selbsterzeugten Wein wieder auf 12% zurückgenommen wurde.
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